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Nachruf Volker Meckle

Volker Meckle

VOLKER MECKLE starb am 7. Oktober 2015, zehn Wochen nach einer schweren Hirnblutung, von deren Folge er sein Bewusstsein nicht wieder erlangt hatte. Völlig unerwartet für Familie, Freunde, Pfarrgemeinde traf dieses schreckliche Ereignis einen ansonsten kerngesunden Menschen im Alter von knapp 77 Jahren.

Ohne dass Volker wusste, wie er einmal sterben würde, hatte er seine Trauerfeier und Todesanzeige vorbereitet: Jes. 38,12 »Wie ein Weber hast Du mein Leben zu Ende gewoben, Du hast mich abgeschnitten wie ein fertig gewobenes Tuch.« Dazu seine Gedanken: »Warum sollte der Meister das Tuch nicht abschneiden? Für ihn ist es fertig. Möge er es wohlwollend betrachten. Mag er die Muster deuten, die Leuchtkraft seiner Farben erkennen, und zart berühren, auch die Webfehler.« Seine Frau Ruth und Sohn Matthias haben hinzugefügt: »Du bist gegangen, Du bist erlöst, es ist gut.«

Volker kam mit zehn Jahren zu den Pfadfindern, war es mit Leib und Seele und blieb es mit Herz und Hand bis zu seinem Tod. Sein Denken und Handeln waren so geprägt und prägten andere mit. Seine langjährige Mitgliedschaft bei Pax Christi war eine konsequente Weiterführung seines pfadfinderischen Engagements.

Volker Meckle war von 1966 bis 1969 Landesfeldmeister in der Diözese Freiburg, etliche Jahre Stammesvorsitzender in Baden-Baden, bis zu seinem beruflich bedingten Umzug nach Steinbach ins Rhein-Main-Gebiet. Dort gründete er in seiner Wahlgemeinde Eschborn mit anderen den Pfadfinderstamm, der immer noch sehr lebendig, groß und aktiv ist und voriges Jahr sein 40-jähriges Jubiläum feierte.

Lange Jahre hat er den Stiftungsfonds Westernohe unterstützt. Auf seinen Wunsch waren die Spenden bei seiner Beerdigung für Westernohe und für Pax Christi bestimmt.

Seit langer Zeit gehört er unserem F+F-Bundesverband an. Gemeinsam sind wir in all den Jahren zu den Jahrestreffen gefahren. Ich erinnere mich an viele Glaubens- und gesellschaftspolitische Gespräche, an sein Streben nach Gerechtigkeit, seine engagierte Unterstützung für die »Dank- und Erinnerungskultur«, die bei den Freunden und Förderern und in der DPSG zeitweilig in der Diskussion waren. Er brachte die Dinge auf den Punkt, hinterfragte kritisch, war nicht immer einfach, manchmal auch anstrengend.

Nach seiner Berufstätigkeit als Diplomverwaltungsbetriebswirt bei der Bundesbahn gab er seine Computerkenntnisse in Kursen für SeniorInnen weiter, war regelmäßig und mit großer Begeisterung zum Vorlesen in unserer Kita. Nun fehlt er an vielen Stellen. Gott hab' ihn selig und vergelte ihm all das Gute, das er hier getan hat. »Die Welt ein bisschen besser verlassen als du sie vorgefunden hast«, nach diesem Motto von Baden-Powell hat er gelebt.

MARGRET KOSCHEL

 

veröffentlicht in "notiert" Nr. 73, Winter 2015/2016