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Nachruf Walter Rudersdorf

 Walter Rudersdorf


WALTER RUDERSDORF starb am 1. Juni 2015 in Gießen, wenige Tage nachdem er seinen 89. Geburtstag noch erleben durfte. Walterstammte aus Ellar im Westerwald, wo er unter großer Anteilnahme von Familie, örtlichen Honoratioren und Vereinen sowie Weggefährten aus DPSG und Freunden und Förderern zu Grabe getragen wurde. Hans Jung sprach Abschiedsworte im Namen von DPSG und F+F.

 

Walter wurde geboren am 26. Mai 1926, trat am 1. Mai 1949 im Stamm Cherusker in Frankfurt-Unterliederbach in die DPSG ein. Sein erstes Versprechen legte er am 24. Juli 1949 ab. Ostern 1950 ernannte ihn der damalige Bundesfeldmeister Hans Fischer zum Feldmeister. Er war dann viele Jahre in der Landesleitung (heute: Diözesanleitung) der DPSG Limburg und vor allem für die Öffentlichkeitsarbeit und den Aufbau neuer Stämme zuständig. Walter nahm an den Weltjamborees 1951 und 1957 teil. Ein Foto aus Bad Ischl von 1951 zeigt Walter neben Lady Olave Baden-Powell.

 

Er war Lehrer an einem Gymnasium in Frankfurt. Ehrenamtlich war er ein unentwegter Heimatforscher für den Westerwald und seine Heimatgemeinde, die ihm ihr kulturgeschichtliches Heimatmuseum verdankt.

 

Walter kommt auf die »astronomische« Menge von über 8000 Veröffentlichungen. Die meisten zur Geschichte, Kunstgeschichte, Archäologie, Kirchengeschichte, Kulturgeschichte, Volkskunde, der Landschaft und Erdgeschichte sowie vom Leben in den Dörfern im Westerwald und im Limburger Raum. Sie sind in Zeitschriften, Periodika, in Zeitungen, Festschriften und Büchern erschienen. Ferner umfasst sein Werk gut 250 Aufsätze über pädagogische Themen, Schulgeschichte und anderes.

 

Seit 1994 ist Walter Ehrenbürger der Gemeinde Waldbrunn/Westerwald und im September 2003 erhielt Walter das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

 

»Bei den Pfadfindern«, schrieb Walter vor einigen Jahren an notiert, »fühle ich mich am wohlsten. Das ist meine Welt.« Noch im Januar schrieb er mir in einem persönlichen Brief: »Es sind nicht nur die großen Ereignisse, die unser Leben wesentlich geprägt haben, auch die kleinen sind genau so wichtig.«

 

Den Freunden und Förderern der DPSG hat er 33 Jahre lang angehört. Auf viele Jahrestreffen ist er gekommen, auch als es ihm gesundheitlich schon sehr schwer fiel.

 

Auf Walters Wunsch hat der Männergesangverein am Grab das Pfadfinder-Abschiedslied gesungen - so wie wir Freunde und Förderer es singen: in der letzten Strophe »Schwestern«. Abschied haben wir genommen - vergessen werden wir Dich nicht!

 

ROBERT SEIFERT

 

veröffentlicht in "notiert" Nr. 73, Winter 2015/2016